Der COP23 ging gestern zu Ende. Die Erkenntnisse sind ernüchternd: Heute investiert kein Land auf der Welt genug, um den Klimawandel so einzudämmen, dass das Erreichen der Ziele des Pariser Abkommens möglich wäre. Das Pariser Abkommen hat zum Ziel, die Erderwärmung bis 2100 auf unter 2 Grad, idealerweise sogar auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss jedes Land seine gesetzten Reduktionsziele erreichen und diese regelmässig nachbessern. Das fordern wir auch von der Schweiz.

 

Die Schweiz ist global gesehen für einen relativ kleinen Anteil an Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Im Jahr 2015 waren es 48.1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten, was einem Anteil von 0.1% der globalen Treibhausgasemissionen entspricht. Die Schweiz als irrelevanten Akteur zu sehen ist aber komplett Fehl am Platz – unsere inländischen Emissionen pro Kopf (5.75 CO2eq Tonnen pro Kopf im Jahr 2015, noch ohne unseren Ausstoss im Flugverkehr) sind mehr als fünfmal zu hoch für das 2°-Ziel. Wir müssen jetzt handeln!

Die Rahmenbedingungen in der internationalen Klimapolitik haben sich verändert. Nachdem die Ziele definiert wurden, müssen die einzelnen Länder jetzt ihre Massnahmen umsetzen, um ebendiese Ziele zu erreichen. Durch die Abkehr der USA von einer zukunftsgerichteten Klimapolitik, steigt die Verantwortung anderer Länder, die gemeinsame Zielsetzung zu erreichen. Wir wollen, dass die Schweiz hier ihre Führungsposition in der Klimapolitik weiter ausbaut.

Neben dem internationalen Einsatz für mehr Klimaschutz, ist auch auf nationaler Ebene noch viel zu tun. Im Klima-Länderrating liegt die Schweiz im vorderen Drittel, aber nur, weil wir vom historisch hohen Anteil an Wasserkraft profitieren. Bei den Zukunftsaussichten allerdings steht die Schweiz nicht besonders gut da. Wir bauen viel weniger erneuerbare Energieträger wie Sonnen- und Windenergie aus als andere europäische Ländern, Die CO2-Emissionen des Verkehrs sinken nur langsam und diejenigen des Flugverkehrs steigen sogar weiter an. Es gilt nun, die Ziele der Energiestrategie 2050 konsequent umzusetzen und die richtigen, langfristigen Rahmenbedingungen zu setzen.

Alle industrialisierten Länder, auch die Schweiz, sind nun in der Pflicht, Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel aufzuzeigen. Eine klimafreundliche Volkswirtschaft ist nicht nur technisch möglich, sondern führt auch zu einer erfolgreicheren Wirtschaft. Schweizer Unternehmen, Privatpersonen und Forschungsinstitutionen haben in den letzten Jahren eindrücklich gezeigt, dass es möglich ist, bei gleichem oder besseren Lebensstandard weniger Energie zu konsumieren und weniger CO2 auszustossen.

Üben wir uns nicht in falscher Bescheidenheit – die Schweiz könnte das klimapolitische Vorzeigeland der Welt werden. Es sind zudem typisch schweizerische Werte, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam innovative Lösungen zu suchen. Lasst uns zusammen diesen Weg noch konsequenter und ambitionierter weitergehen.

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