Heute kann man prinzipiell den Fahrausweis auch mit Elektroautos machen – allerdings gilt der Fahrausweis dann nur für Autos mit Automatikgetriebe. Die Jungen Grünliberalen fordern deshalb eine Liberalisierung der Führerschein-Richtlinie.

Heute ist die Wahl in der Fahrschule eindeutig – fast alle FahrschülerInnen entscheiden sich für ein Fahrzeug mit Schaltgetriebe und somit für einen CO2-austossenden Verbrennungsmotor. Der Grund ist einfach: Wenn man die Fahrprüfung mit einem Elektroauto machen würde, hat man einen Fahrausweis, welcher nur für Automatikautos gilt. Entscheidet man sich jedoch ein Prüfungsauto mit Schaltgetriebe, dann gilt der Fahrausweis uneingeschränkt.

Mit welchen Autos man nach der Fahrprüfung fahren darf, hängt also von der Getriebeart des Prüfungsautos ab. Für Pascal Vuichard, Co-Präsident der jglp Schweiz ist diese Einschränkung veraltet. Er fordert deren Aufhebung: „Es kann nicht sein, dass der Staat den Fahrschüler eine veraltete, ineffiziente und zudem klimaschädliche Technologie für die Prüfung vorschreibt. Wir sind ja schliesslich kein Entwicklungsland.“

Darum fordern die Jungen Grünliberalen den Elektro-Führerschein. Man lernt das Autofahren mit einem Elektroauto und geht damit auch an die Prüfung. Die Neuerung: „Anstatt wie bisher einer Prüfung soll es zukünftig ausreichen, eine gewisse Anzahl an Fahrstunden mit Schaltgetriebe nachzuweisen damit der Fahrausweis anschliessend für alle Autos gilt. Damit werde weiterhin gewährleistet, dass FahranfängerInnen mit allen Getriebearten fahren können und somit auch die Sicherheit auf den Strassen nicht gefährdet wird“, so Vuichard. Mit dieser Lösung kann man zudem den bisherigen Automatikführerschein abschaffen – neu gäbe es noch den Elektroführerschein und den „klassischen“ Führerschein, wobei aber keine Getriebeart mehr bevorzugt würde und Chancengleichheit für alle unter Wahrung der Sicherheit gewährleistet werden könnte.

Die Elektromobilität schon in der Fahrschule zu ermöglichen und gegenüber anderen Antrieben gleichzustellen hat viele Vorteile: Einerseits haben Fahrschulen damit einen Anreiz, selber mehr Elektroautos zu verwenden – günstiger für die Fahrschulen und umweltfreundlicher für uns alle. Andererseits wird es somit auch möglich, die Vorteile der Elektromobilität bei FahranfängerInnen bekannt zu machen.

Die Förderung der Elektromobilität macht Sinn, denn 38% der CO2-Emissionen in der Schweiz stammen aus dem Mobilitätssektor – mit steigender Tendenz! Im Hinblick auf die Ratifizierung des Paris-Abkommens sind Reduktionen des CO2-Austosses im Verkehr zwingend notwendig. Die Förderung der Elektromobilität ist dabei die erfolgversprechendste Massnahme:  Die Schadstoff- und CO2-Emissionen bei der Fahrt entfallen in der Schweiz fast vollständig, und die deutlich höhere Effizienz von Elektroantrieben senkt den gesamten Energieverbrauch des Strassenverkehrs. Dazu können Elektroautos komplett mit erneuerbarem Strom geladen werden und sind deshalb deutlich klimafreundlicher als Verbrennungsmotoren. Die Umweltbilanz eines Elektroautos ist auch dann viel besser als bei einem „normalen Auto“, wenn die Batterie in Sommerferien mit CO2-intensiven Strom aus der EU geladen würde, wie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) bereits 2013 ausgerechnet hatte.

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