Runder Tisch zur Reform der Altersvorsorge

Wir bedanken uns bei Herrn Bundesrat Berset für die Einladung zu diesem Austausch. Es ist wichtig, dass die junge Generation angemessen an diesem Runden Tisch vertreten ist.

Das Abstimmungsresultat hat klar gezeigt: Man konnte die Jungen nicht von einem Rentenpaket überzeugen, das sie massgeblich mitfinanzieren müssten, ohne dass das Rentensystem langfristig nachhaltig aufgestellt worden wäre. Der Ausbau der AHV-Renten um 70 Franken hat dem Vertrauen in diese Reform zweifellos am meisten geschadet.

Um die künftige Belastung für die jungen und ungeborenen Generationen in Grenzen zu halten, müssen erste Reformschritte so rasch wie möglich erfolgen. Für die Jungen Grünliberalen sind auf diesem Weg die folgenden Leitplanken zentral:

  1. Keine Reform ohne strukturelle Anpassungen: Die Probleme des Rentensystems sind struktureller Natur. Eine Reform darf daher nicht ausschliesslich auf zusätzlichen Einnahmen basieren, die über die gesamte Lebensdauer die heutigen Jungen am stärksten treffen. Es braucht zwingend strukturelle Reformschritte wie die Entpolitisierung des Umwandlungssatzes, und letztlich auch eine Anpassung des Rentenalters an die Lebenserwartung, wie das in den meisten OECD-Staaten bereits passiert.
  2. Angleichung Frauenrentenalter und Stärkung der Teilzeitarbeitenden: Frauen und Männer sollten im Beruf die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben. Es gibt aus Sicht der JGLP keinen Grund, Frauen schneller aus dem Berufsleben auszumustern als Männer. Genauso selbstverständlich wie die Angleichung des Frauenrentenalters sollte aber auch die Abschaffung des Koordinationsabzugs sein: Dass Frauen zugunsten der Familienarbeit häufig für viele Jahre einen reduzierten Lohn in Kauf nehmen, darf sich nicht überproportional auf die künftigen Renten auswirken.
  3. Proaktiv die Zukunft gestalten: Der rasche Wandel unserer Gesellschaft wirft zusätzliche Fragen in Bezug auf das Rentensystem auf: Mit welchen Anreizen und Systemanpassungen würden mehr Menschen im Rentenalter freiwillig weiterarbeiten, um den fehlenden Nachwuchs in der Wirtschaft zu kompensieren? Wie sollten die Renten für die wachsende Zahl der Konkubinatspaare geregelt werden? Wie sichert man die Altersvorsorge in einer Gig-Economy? All diese Entwicklungen müssen schon heute antizipiert und bei den Reformüberlegungen berücksichtigt werden.

Abschliessend wünschen wir uns, dass Bundesrat und Parlament innovativer an die Lösung des Vorsorgeproblems herangehen. Eine Möglichkeit dazu hat die JGLP vor kurzem präsentiert: Ein Bürgerrat bestehend aus ausgelosten Vertretern aller Bevölkerungsgruppen sollte die nächste Reform mitgestalten dürfen. Wir sind überzeugt, dass mehr Partizipation auch die Akzeptanz der nächsten Reform bedeutend erhöhen kann.

Start typing and press Enter to search

X