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LGBTQIA*

Die Schweiz erfüllt heute nur 29% der Kri­te­rien von ILGA Europe zur Gle­ich­stel­lung von Les­ben, Schwulen, Bisex­uellen, trans, inter und weit­eren queeren Per­so­n­en (LGBTIQ+) und lan­det somit auf dem beschä­menden Platz 27 von 49 unter­sucht­en Län­dern. Obwohl die gesellschaftliche Akzep­tanz für LGBTIQ+-Menschen wächst, gibt es immer noch grosse rechtliche Unter­schiede. Homo- und trans­feindliche Gewalt (ver­bal und kör­per­lich), Intol­er­anz, Vorurteile, Angst sich zu out­en, soziale Zwänge und Aus­gren­zung sind immer noch trau­rige Real­ität, zum Beispiel in der Fam­i­lie, am Arbeit­splatz oder in der Schule. Das darf nicht sein: die Jun­gen Grün­lib­eralen set­zen sich für eine Gesellschaft ein, in der sich alle frei und selb­st­bes­timmt ent­fal­ten dür­fen und kön­nen, unab­hängig von ihrer sex­uellen Ori­en­tierung und/oder Geschlecht­si­den­tität. Es ist Zeit für echte Gle­ich­berech­ti­gung.

Ehe und Familie für alle

Die Ehe für alle ist eine zen­trale Forderung der Jun­gen Grün­lib­eralen. Liebe ist nicht abhängig von Geschlecht oder Sex­u­al­ität – und das sollte auch die Ehe nicht sein! Jed­er von uns soll das Recht haben, die Per­son zu heirat­en, die er liebt! Eben­so muss es eine Selb­stver­ständlichkeit sein, dass gle­ichgeschlechtliche Paare eine Fam­i­lie grün­den kön­nen. Es ist absurd, dass heute eine Einzelper­son ein Kind adop­tieren darf, es aber einem gle­ichgeschlechtlichen Paar ver­wehrt bleibt. Für das Wohl des Kindes ist eine gute Beziehung zwis­chen Kind und Eltern entschei­dend und nicht deren sex­uelle Ori­en­tierung oder Geschlecht. Die Adop­tion soll für gle­ichgeschlechtliche Paare geöffnet wer­den, genau­so die Fortpflanzungsmedi­zin –  in dem Rah­men, wie sie auch für het­ero­sex­uelle Paare zugänglich ist.

Gegen Hetze und Hassverbrechen vorgehen

Die heutige Geset­zes­lage in der Schweiz bietet keinen expliziten Schutz bei homo‑, bi‑, inter- oder trans­feindlich­er Gewalt und Has­srede. Da “hate crimes”, die sich gegen LGBTIQ+ richt­en, nicht sys­tem­a­tisch als solche erfasst wer­den, ist es nicht möglich, den Umfang zu bez­if­fern und grif­fige vor­beu­gende Mass­nah­men zu ergreifen. Deshalb fordern wir, dass diese Has­sver­brechen von den zuständi­gen Behör­den erfasst und pub­liziert wer­den sowie Mass­nah­men zum Schutz von LGBTIQ+ Men­schen ein­geleit­et wer­den. Ausser­dem set­zen wir uns für die Ausweitung der Anti-Ras­sis­musstrafnorm ein. Diese muss nicht nur die sex­uelle Ori­en­tierung, son­dern auch Geschlecht­si­den­tität, ‑aus­druck und ‑merk­male umfassen.

Konversionstherapien” für Minderjährige unmöglich machen

Soge­nan­nte “Kon­ver­sion­s­ther­a­pi­en” mit dem Ziel der Änderung oder Unter­drück­ung der sex­uellen Ori­en­tierung oder der Geschlecht­si­den­tität sind heute noch möglich. Trau­ma­ta und psy­chis­che Schä­den bei den Betrof­fe­nen sind die Folge. Absur­der­weise wer­den diese men­schen­feindlichen “Ther­a­pi­en” z.T. sog­ar noch über die Krankenkasse abgerech­net. Die Jun­gen Grün­lib­eralen set­zen sich mit Nach­druck für ein explizites und wirk­sames Ver­bot von “Kon­ver­sion­s­ther­a­pi­en” bei Min­der­jähri­gen ein. Und fordern den Stop der Unter­stützung. Zudem soll über die Ther­a­pi­en aufgek­lärt, so dass auch mündi­ge Per­so­n­en best möglich vor solchen Ther­a­pi­en geschützt wer­den.

Ombudsstelle schaffen

Wir fordern einen Ombudsstelle gegen die Diskri­m­inierung auf­grund von sex­ueller Ori­en­tierung, Geschlecht­si­den­tität, ‑aus­druck und ‑merk­malen. Diese Behörde soll nach schwedis­chem Vor­bild geschaf­fen wer­den und sich gegen die Diskri­m­inierung von LGBTIQ+ Per­so­n­en ein­set­zen, die Einzel­nen in ihren Recht­en stärken, sie unter­stützen und zudem Anlauf­stelle für Beschw­erde der Bürger*innen sein. Bei dieser Behörde kön­nten allen­falls auch Has­sver­brechen sta­tis­tisch erfasst wer­den, wobei dies vor allem über die Polizei erfol­gen sollte. LGBTIQ+-Personen sollen frühzeit­ig (bere­its im Schu­lal­ter) über die Helpline, ihre Rechte und Möglichkeit­en im Falle ein­er Diskri­m­inierung informiert wer­den. Wo nötig soll die Helpline auch pro­fes­sionelle Unter­stützung bieten.

Sensibilisierung in der Schule

Die Schule leis­tet einen wichti­gen Beitrag zu ein­er offe­nen und aufgek­lärten Gesellschaft, in der sich alle frei ent­fal­ten kön­nen. Die Jun­gen Grün­lib­eralen fordern, dass LGBTIQ+-Themen fes­ter Bestandteil des Aufk­lärung­sun­ter­richt sind. Zudem unter­stützen wir Sen­si­bil­isierungskam­pag­nen wie ABQ.

Geschlecht ohne Hürden angleichen

Wenn eine Per­son sich mit einem Geschlecht iden­ti­fiziert, welch­es nicht mit dem ihr bei der Geburt zugewiese­nen Geschlecht übere­in­stimmt, soll diese Per­son ihr amtlich­es Geschlecht und ihre kör­per­lichen Geschlechtsmerk­male ohne Hür­den und ohne Fremdbes­tim­mung angle­ichen kön­nen. Die Jun­gen Grün­lib­eralen fordern primär die Abschaf­fung des rechtlichen Geschlechts. Solange es aber das rechtliche Geschlecht im Per­so­n­en­stand­sreg­is­ter gibt, fordern wir, dass dieses selb­st­bes­timmt in einem schnellen, trans­par­enten und allen Trans­men­schen tat­säch­lich zugänglichen Ver­wal­tungsver­fahren geän­dert wer­den kann.

Geschlecht auf rechtlicher Ebene abschaffen

Obwohl alle vor dem Gesetz gle­ich sind, gibt es heute immer noch schmerzvolle Diskri­m­inierun­gen auf­grund des Geschlechts, der Geschlecht­si­den­tität oder der kör­per­lichen Geschlechtsmerk­male. Unser binäres und amtlich fest­gelegtes Geschlechter­sys­tem erfordert zwin­gend eine Zuweisung als Mann oder Frau. Das diskri­m­iniert alle, die sich wed­er (auss­chliesslich) weib­lich noch männlich iden­ti­fizieren, oder bei denen die gen­i­tale, chro­mo­so­ma­le und/oder hor­monale Charak­ter­is­tik nicht die Zuord­nung zu einem der zwei aktuell gülti­gen Geschlechter erlaubt. Wir fordern die Abschaf­fung des amtlichen Geschlecht­sein­trags. Dies würde der geset­zlichen Ungle­ich­be­hand­lung der Geschlechter ent­ge­gen­wirken und rechtlich die kom­plette Gle­ich­stel­lung unab­hängig vom Geschlecht sich­er­stellen.

Selbstbestimmung für intergeschlechtliche Menschen

In der Schweiz wer­den jedes Jahr Kinder geboren, deren gen­i­tale, chro­mo­so­ma­le und/oder hor­monale Charak­ter­is­tik sie keinem der aktuell gülti­gen Geschlechter (weiblich/männlich) zuge­hörig erscheinen lässt. Um den ver­meintlich natür­lichen, gesellschaftlichen Nor­men zu entsprechen, wer­den Kinder, teil­weise wenige Tage nach der Geburt, ohne Mit­spracherecht oper­a­tiv einem Geschlecht angeglichen. Dies geschieht heute, obwohl intergeschlechtliche Kinder (mit eini­gen sel­te­nen Aus­nah­men) ohne gesund­heitliche Schä­den aufwach­sen kön­nen. Die Jun­gen Grün­lib­eralen fordern deshalb ein Ver­bot von medi­zinisch nicht notwendi­gen Oper­a­tio­nen an intergeschlechtlichen Kindern.

Internationales Engagement für LGBTQIA*

In vie­len Län­dern der Welt wer­den LGBTIQ+ nach wie vor bru­tal ver­fol­gt, diskri­m­iniert und unter­drückt. Die Schweiz ste­ht in der Pflicht, sich auf allen geeigneten Ebe­nen ver­mehrt, ver­stärkt und kon­se­quent für die Ein­hal­tung der Men­schen­rechte von LGBTIQ+ ein­set­zen.

Diskriminierung beim Blutspenden stoppen

Wir fordern ein Ende der Diskri­m­inierung von Män­nern, die Sex mit Män­nern haben (MSM), beim Blut­spenden. Swissmedic stuft MSM nach wie vor als Risiko­gruppe ein. Die Jun­gen Grün­lib­eralen fordern ein Ende dieser Diskri­m­inierung. Das Risikover­hal­ten der jew­eili­gen Per­son soll mass­gebend sein, nicht ihre Zuge­hörigkeit zu ein­er Gruppe.

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