Medi­en­mit­teilung vom 14. Juni 2018

Geschlechter­richtwerte als lib­erales Mit­tel zur Förderung der Gle­ich­stel­lung

Der Nation­al­rat spricht sich heute im Rah­men der Aktien­recht­sre­vi­sion mit hauchdün­ner Mehrheit für die Ein­führung von Geschlechter­richtwerten für Ver­wal­tungsräte und Geschäft­sleitun­gen aus. Aus Sicht der Jun­gen Grün­lib­eralen sind diese Ziel­w­erte sehr zu begrüssen. Denn die aktuelle Sit­u­a­tion mit einem Frauenan­teil von nur 19 Prozent in den Ver­wal­tungsräten und sieben Prozent in den Geschäft­sleitun­gen (Schillingre­port) ist ein Affront gegen alle Frauen.

Dass es Mass­nah­men braucht, sollte angesichts des let­zten Schillingre­ports klar sein. Dieser zeigte auf, dass der Frauenan­teile in den Geschäft­sleitun­gen sog­ar noch zurück­ge­ht (von 8 auf 7 Prozent). Der Anteil neuer weib­lich­er Geschäft­sleitungsmit­glieder ist 2017 von 21 auf 8 Prozent gesunken. Das Prob­lem löst sich also nicht von alleine — wie manche Stim­men immer wieder behaupten! Als lib­erale Partei sind wir dazu ange­hal­ten Chan­cen­gle­ich­heit zu fördern. Aktuell sind die Chan­cen bei­der Geschlechter auf Führungspo­si­tio­nen nicht die gle­ichen. Grund dafür ist eine unbe­wusste Diskri­m­inierung, welche durch die stereo­typ­is­chen Rol­len­bilder in unseren Köpfen aus­gelöst wird. Diese Stereo­typen sind lan­gan­hal­tend und his­torisch geprägt — da die Frauen in der Schweiz erst seit 1971 poli­tisch (Frauen­stimm­recht) und seit 1981 rechtlich (Gle­ich­berech­ti­gung in der Ver­fas­sung) gle­ichgestellt sind.

Geschlechterziel­w­erte sind — anders als fixe Quoten — eine äusserst lib­erale Möglichkeit die Gle­ich­stel­lung von Mann und Frau zu fördern! Durch Geschlechterziel­w­erte wird in erster Lin­ie die Chan­cen­gle­ich­heit verbessert, ohne dass dabei die wirtschaftliche Frei­heit eingeschränkt wird. Ziel­w­erte sind ein State­ment unseres Staates, dass die aktuelle Unter­vertre­tung der Frauen in den oberen Führungse­ta­gen unbe­friedi­gend ist und wir von den Unternehmen ver­lan­gen, dage­gen vorzuge­hen.

Dabei sind die Ziel­w­erte, die das Par­la­ment fix­iert hat, noch sehr tief gewählt; 20% für Geschäft­sleitun­gen, 30% für Ver­wal­tungsräte. Diese Bes­tim­mungen wer­den nach ein­er Über­gangs­frist von fünf bzw zehn Jahren einge­führt. Wer­den diese Ziel­w­erte nicht erre­icht, ist nicht mit Sank­tio­nen zu rech­nen, son­dern die Fir­men müssen lediglich begrün­den, warum sie die Ziel­w­erte nicht erre­icht haben (com­ply-or-explain).

Dank diesem Com­ply-or-explain Ansatz wer­den keine neue Ungerechtigkeit­en geschaf­fen. Män­ner wer­den durch solche Ziel­w­erte also nicht benachteiligt — tat­säch­lich stellen die Ziel­w­erte auch die angemessene Vertre­tung der Män­ner sich­er. Den Unternehmen bleibt im Einzelfall flex­i­bel und hat immer die Möglichkeit den oder die beste Kan­di­datin zu wählen — egal ob Frau oder Mann. Das Unternehmen ist durch den Ziel­w­ert jedoch ange­hal­ten eine effek­tive Nach­wuchs­förderung bei bei­den Geschlechtern zu betreiben. Im Inter­na­tionalen Ver­gle­ich zeigt sich zudem, dass eine angemessene Vertre­tung bei­der Geschlechter dur­chaus mach­bar ist.

Auch ohne konkrete Sank­tio­nen sind die Ziel­w­erte wirkungsvoll. Denn sie arbeit­en mit dem Image der Unternehmen. Ziel­w­erte schaf­fen also ganz im lib­er­al-mark­twirtschaftlichen Sinne Anreize für Unternehmen, ihre Geschäft­sleitun­gen und Ver­wal­tungsräte gemis­cht­geschlechtlich zu gestal­ten. Denn andern­falls müssen sie mit einem Imagev­er­lust rech­nen. So hat beispiel­sweise Black­rock (grösster Geld­ver­wal­ter der Welt) kür­zlich gesagt, dass Sie in der Schweiz öfters gegen Ver­wal­tungsräte stim­men, weil diese zu männlich sind.

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