Das Gesuch der Universität Bern für die Durchführung einer wissenschaftlichen Studie betreffend legalem Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken wurde abgeschmettert. Das obwohl die momentane Schweizer Drogenpolitik nicht erfolgreich ist: Gemäss Schätzungen werden in der Schweiz Jährlich zwischen 25 und 60 Tonnen Cannabis illegal konsumiert.  Doch während international Bewegung in die Cannabispolitik gekommen ist, bleibt das einstige drogenpolitische Vorzeigemodell Schweiz seit Jahren stehen – und lehnt sogar Studien zu Forschungszwecken ab. Nicht mit uns!

Die aktuelle Schweizer Drogenpolitik führt zu einem Schwarzmarkt: Es gibt keine Kontrolle über Qualität und Stärke des Cannabis, dem Staat entgehen Steuern in Millionenhöhe und kriminelle Organisationen verdienen sich eine goldene Nase. Zusätzlich sind die KonsumentInnen verunreinigten Stoffen ausgesetzt und der THC-Gehalt des Cannabis auf dem Schwarzmarkt wird nicht deklariert, was erhebliche gesundheitliche Risiken verursacht. Es ist höchste Zeit, dass wir in der Schweiz unsere konservative Drogenpolitik anpassen. Forschungsstudien sind ein erster Schritt dazu und helfen später bei der optimalen Umsetzung. Diese grundsätzlich zu verbieten ist der komplett falsche Weg.

Deshalb fordern die Jungen Grünliberalen die sofortige Schaffung eines “Experimentierartikels”, der Forschungsstudien im Bereich Cannabiskonsum zu Genusszwecken einfach und effizient erlaubt. Dazu ist eine kleine Anpassung des Betäubungsmittelgesetzes notwendig – unsere Stadtberner Nationalrätin Kathrin Bertschy wird diesen Vorstoss einbringen.

Die Diskussion wie der Cannabismarkt sinnvoll reguliert werden kann, muss vertieft geführt werden. Die Bernerstudie, welche den Einfluss eines regulierten Verkaufs von Cannabis auf das Konsumverhalten untersuchen will, würde hier wichtige Erkenntnisse liefern. Auch müssen die gesellschaftlichen Kosten der heutigen Politik, mit verunreinigten Stoffen, Schwarzmarkt und problematischen Konsumverhalten, vertieft analysiert werden. Nur wenn diese Diskussion fundiert geführt wird, kann die Schweiz wieder zu einem drogenpolitischen Vorzeigeland werden, welches die tatsächliche und pragmatische Problemlösung ins Zentrum rückt.

Wir stehen für eine Drogenpolitik, welche die Gesundheit und soziale Integration der Menschen ins Zentrum stellt. Vertrieb und Handel mit Cannabis in der Schweiz soll unter Auflagen erlaubt und ähnlich wie Alkohol und Tabak besteuert werden. “Kriminalisierung und Repression haben während der Alkoholprohibition nicht funktioniert und führen auch bei Cannabis zu gesellschaftlichen Mehrkosten,” sagt Pascal Vuichard, Co-Präsident der Jungen Grünliberalen. “Daher fordern wir eine Legalisierung von Cannabis – diese in Form von Forschungsstudien zu testen ist eine wichtige Voraussetzung für die politische Akzeptanz.”

Es braucht mehr Forschung zu Cannabis – denn die Legalisierung von Cannabis bringt mehrere Vorteile mit sich:

  1. Dem Staat würden nicht mehr jährlich 150 Millionen CHF an Steuereinnahmen entgehen
  2. Die Ausgaben für die Strafverfolgung, welche im Bereich Cannabis auf über 300 Millionen Franken jährlich geschätzt werden, könnten effizienter eingesetzt werden.
  3. Der Schwarzmarkt würde ausgetrocknet und die Kontrolle der Qualität könnte endlich wahrgenommen werden.
  4. Mit der Legalisierung wäre eine bessere und effektivere Prävention möglich.
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