Die Jungen Grünliberalen fordern vom Bundesrat eine nationale Strategie für die Elektromobilität und schlagen 3 Massnahmen vor

 

Ausbau der Schnellladestationen entlang Autobahnen, Schluss mit Kantönligeist bei der Motorfahrzeugsteuer und 20% Elektrofahrzeuge bei Neubeschaffungen des Bundes.

Der Bundesrat ist der Auffassung, dass kein Masterplan für die Elektromobilität notwendig sei. Dies, obwohl 38% der CO2-Emissionen in der Schweiz aus dem Mobilitätssektor stammen. Ohne eine Reduktion der Emissionen im Bereich Mobilität wird die Schweiz die Ziele des Klimaabkommens von Paris nicht erreichen können.

Die Elektromobilität ist die erfolgversprechendste Massnahme, um eine signifikante CO2-Einsparung im Mobilitätssektor zu erreichen: Die Schadstoff- und CO2-Emissionen bei der Fahrt entfallen vollständig, und die deutlich höhere Effizienz von Elektroantrieben senkt den gesamten Energieverbrauch des Strassenverkehrs. Auch über den gesamten Lebenszyklus gesehen sind Elektroautos viel umweltfreundlicher als herkömmliche Autos mit Verbrennungsmotoren. Für die Schweiz rechnet der Bundesrat damit, dass Elektroautos im Jahr 2050 30 – 40% des gesamten Fahrzeugparks ausmachen werden – deshalb ist es höchste Zeit, dass eine langfristige, nationale Strategie angestossen wird.

Damit die Erwartungen sich bis 2050 bewahrheiten, müssen die grössten Barrieren für die Elektromobilität reduziert werden. Gemäss einer Studie der Universität St.Gallen und der Raiffaisen ist der Hauptgrund heute kein Elektroauto zu kaufen, die tiefe Anzahl von Schnellladestationen, gefolgt vom hohen Anschaffungspreis für ein Elektroauto.

Die Jungen Grünliberalen liefern dem Bundesrat deshalb drei Lösungsvorschläge, die in eine Elektromobilitätsstrategie aufgenommen werden könnten, um diese Barrieren zu reduzieren:

  1. Weg mit alten Hürden und verstärkte Vernetzung der Ladestationen

Beim Thema Ladeinfrastruktur gibt es zwei wichtige Stossrichtungen: Einerseits sollten die regulatorischen Hürden – z.B. die veralteten Konzessionen bei Autobahnraststätten – aufgehoben werden, damit es Privatinvestoren ermöglicht wird, eine Schnellladeinfrastruktur auf dem Autobahnnetz aufzubauen. Andererseits muss sichergestellt werden, dass die vorhandenen Ladeinfrastrukturen miteinander vernetzt sind und Elektroautofahrer möglichst einfach überall tanken können. Die Vernetzung der Ladenetzwerke ist eine Notwendigkeit, nur so kann ein möglichst einfacher, kompromissloser und anbieterübergreifender Zugang zu Ladestationen gewährt werden – eine zentrale Voraussetzung für das weitere Wachstum der Elektromobilität.

  1. Interkantonale Harmonisierung der Motorfahrzeugsteuer 

Weiter soll eine Harmonisierung der kantonalen Handhabung der Motorfahrzeugsteuer angestrebt werden. Es kann nicht sein, dass für ein Tesla Model S in Basel-Stadt mehr Steuern anfallen als für einen CO2-schleudernden Porsche, während in anderen Kantonen die Motorfahrzeugsteuer für 3 Jahre komplett erlassen wird. Analog den Mustervorschriften im Gebäudeprogramm kann der Bund hier die Befreiung der Motorfahrzeugsteuer für Elektroautos für 3 Jahre initiieren.

  1. Vorreiterrolle für den Bund: 20% Elektroautos bei Neubeschaffungen 

Der Bund muss seine Vorreiterrolle wahrnehmen. Deshalb fordern wir, dass in bundesnahen Betrieben mind. 20% der Neubeschaffungen von Personenwagen Elektrofahrzeuge sein müssen. Somit kann der Bund der Bevölkerung klar aufzeigen, dass er an das Potential der Elektromobilität glaubt und die Ziele, die er bis 2050 für die Schweiz anstrebt, auch erreichen will.

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