Junge Grünliberale wollen Solardachbesitzer vor der Monopolmacht der Stromkonzerne schützen

Der Aufschrei ist gross – viele Schweizer Solaranlagenbesitzer werden derzeit von den Schweizer Stromkonzerne abgezockt. Die Unternehmen nutzen ihre Monopolmacht aus und bezahlen oft nur noch Dreckstrom-Preise für den einheimisch produzierten Solarstrom. Die Jungen Grünliberalen (JGLP) schlagen deshalb eine beschleunigte Einführung der sogenannten „Direktvermarktung“ vor, die vom Bundesrat immer wieder verschleppt wurde.

Wie funktioniert die Direktvermarktung von erneuerbarer Energie?

Im heutigen System erhält ein Solarstrom-Produzent für seinen Solarstrom einen fixen Einspeisetarif vom nationalen Netzbetreiber Swissgrid, die sogenannte KEV. Die Swissgrid wiederum erhält dieses Geld aus dem Subventionstopf zurückerstattet und erhält zusätzlich eine pauschale Abwicklungsentschädigung.

Im Unterschied dazu verkauft bei der Direktvermarktung ein Grosshändler den Strom der Kleinstproduzenten gebündelt direkt an der Börse. Dafür erhält er den Marktwert des Stroms. Die Differenz zwischen Marktpreis und Einspeisevergütung erhält der Solardachbesitzer aus dem Subventionstopf und wird somit finanziell nicht schlechter gestellt. Für die Vermarktung des Stroms erhält der Händler zudem eine Direktvermarktungsprämie, welche teilweise an den Solaranlagenbesitzer weitergegeben wird.

Wieso die Direktvermarktung einführen? 

Die Direktvermarktung ist ein marktbasiertes Instrument, das wichtige Anreize für eine sinnvolle und langfristig tragfähige Integration von erneuerbaren Energien in das Schweizer Stromnetz setzt. Es führt zu mehr Wettbewerb und Innovation,  was in der aktuellen Situation dringend nötig ist. Der Schweizer Steuerzahler profitiert ebenfalls, da die Kosten der Direktvermarktungsprämien geringer sind als die pauschalen Abwicklungsentschädigungen an die Swissgrid. Eine klassische Win-Win-Situation: Der Steuerzahler sowie die Anlagenbesitzer profitieren.

Das System funktioniert heute schon – die Umsetzung harzt

Die Einführung der Direktvermarktung war gemäss dem Bundesamt für Energie (BFE) ursprünglich auf Januar 2016 geplant. Seither ist jedoch schon beinahe ein Jahr verstrichen, ohne dass ein neuer Termin genannt wurde. In einem Pilotprojekt des BFE wurde die Direktvermarktung aber bereits erfolgreich getestet. Es wurde ein virtuelles Kraftwerk aufgebaut, das die Verfügbarkeit des Stroms aus dezentralen Kleinanlagen berechnet und den Strom gebündelt verkaufen kann. Das System hat sich im Praxistest bewährt und ist heute rund um die Uhr für die Lieferung von ökologischer Regelenergie im Einsatz. Produzenten könnten also mit wenig Aufwand und Risiko in ein zukunftsfähiges Fördersystem wechseln. Nutzen wir diese Chance schnellstmöglich und warten nicht nochmals zwei Jahre!

Start typing and press Enter to search

X