Medi­en­mit­teilung vom 13. Juni 2018

Die JGLP lehnt den Fronta­lan­griff auf Luchs, Biber und Wolf ab und unter­stützt ein Ref­er­en­dum gegen das «Abschuss­ge­setz» des Stän­der­ates

Die geplante Ver­schär­fung des Jagdge­set­zes des Stän­der­ates ist hin­ter­wäld­lerisch und entspricht nicht dem Bild ein­er mod­er­nen Schweiz, welche sich während Jahrzehn­ten für einen starken Naturschutz einge­set­zt hat. Statt endlich ein Jagdver­bot auf gefährdete Tier­arten wie Feld­hase, Birkhuhn, Alpen­schnee­huhn und Wald­schnepfe zu erlassen, will der Stän­der­at sämtliche bish­er geschützte Tier­arten zum Abschuss freigeben. Ange­blich­er Schaden durch Wildtiere muss nicht mehr nachgewiesen wer­den, der Ver­dacht genügt. Auch giftige Bleimu­ni­tion bleibt in der derzeit­i­gen Revi­sion legal.

Der ursprüngliche Zweck des 1988 beschlossenes Jagd- und Schutzge­setz (JSG) ist «die Arten­vielfalt und die Leben­sräume der ein­heimis­chen und ziehen­den wildleben­den Säugetiere und Vögel zu erhal­ten» sowie «bedro­hte Tier­arten zu schützen». Das Gesetz wurde zusam­men mit den Kan­to­nen sowie mit den Jagdver­bän­den aus­ge­han­delt und ist ein Kom­pro­miss, welch­er für mehr als zwei Jahrzehn­ten ein­wand­frei funk­tion­ierte. In früheren Jahrhun­derten wur­den viele Tier­arten als «Schädlinge» deklar­i­ert und oft­mals kom­plett aus­gerot­tet (z.B. Bart­geier, Wolf und Braun­bär). Um solche ökol­o­gis­chen Katas­tro­phen zu ver­hin­dern, hat der Bund im JSG deshalb die ver­fas­sungsmäs­sige Auf­gabe, Schutz­mass­nah­men für gefährdete Arten zu erlassen.

«Die derzeit­ige Revi­sion des Stän­der­ates ist ein Angriff auf die Wildtiere in unseren Alpen», meint Pas­cal Vuichard, Co-Präsi­dent der JGLP und Gemein­der­at im Bergkan­ton Glarus. «Anstatt Bleimu­ni­tion zu ver­bi­eten und die Jagd auf bedro­hte Arten zu ver­bi­eten, schlägt der Stän­der­at das Gegen­teil vor: Ein Abschuss­ge­setz». Mit der Rück­kehr von Wolf, Luchs und Bär in unser Alpen sehen gewisse Stän­deräte offen­bar eine Chance, mit dem Aufreis­sen von alten Gräben im Naturschutz in den Bergre­gio­nen Stim­men zu gewin­nen. Pas­cal Vuichard meint war­nend: «In der Schweiz tra­gen wir Sorge zur Natur, das ist inter­na­tion­al bekan­nt. Mit diesem Abschuss­ge­setz will der Stän­der­at zurück ins Mit­te­lal­ter».

Im Fall ein­er Annahme der Teil­re­vi­sion des JSG muss nicht mehr ein «gross­er Schaden» nachgewiesen wer­den, um Bestände von geschützten Arten zu reg­ulieren.  Nun soll ein «wahrschein­lich­er» Schaden reichen, um einen Abschuss ein­er gefährde­ten Tier­art zu legit­imeren. Zudem wird die Pflicht von präven­tiv­en Schutz­mass­nah­men aufge­hoben. Weit­er soll die Reg­ulierung der Wildtierbestände von der Bun­des- in die Kan­ton­skom­pe­tenz überge­hen. Pas­cal Vuichard erin­nert: «Wildtiere ori­en­tieren sich nicht an Kan­ton­s­gren­zen. Es daher sin­nvoll, dass der Bund und nicht die Kan­tone über Schutz­mass­nah­men entschei­det». Zudem hat der Bund einen inter­na­tionalen und ver­fas­sungsrechtlichen Schutza­uf­trag.

Faz­it:

Die Teil­re­vi­sion des JSG ist ein mas­siv­er Ein­griff in die Natur und gefährdet sel­tene Tier­arten exis­ten­ziell. Die JGLP lehnt das völ­lig aus dem Gle­ichgewicht ger­atene Teil­re­vi­sion des Jagd- und Schutzge­set­zes ab. Wird das Gesetz nicht geän­dert, wird die JGLP ein Ref­er­en­dum der grössten drei Umweltver­bände aktiv unter­stützten.

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Kon­takt

Pas­cal Vuichard, Co-Präsi­dent JGLP:

+41 79 561 41 89‬

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