Argumentarium zum Jagdgesetz

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Worum gehts?

Das Bun­des­ge­setz über die Jagd und den Schutz wildleben­der Säugetiere und Vögel hat zum Ziel, die Arten­vielfalt zu schützen und die Jagd zu reg­ulieren

Mit der Bern­er Kon­ven­tion hat der Bund sich zur Erhal­tung der europäisch wildleben­den Pflanzen und Tiere und ihrer natür­lichen Leben­sräume verpflichtet. Das heute gel­tende Jagdge­setz aus 1986 wird dieser Verpflich­tung grössten­teils gerecht, und es bezog die Bevölkerung mit ein. Es war ein bre­it abgestützter Kom­pro­miss zwis­chen Bund, Kan­to­nen, Jagd- und Fis­cherei­be­trieben, Naturschut­zor­gan­i­sa­tio­nen und Waldbe­sitzern.

45 Jahre später set­zt die Nation­al­ratskom­mis­sion zu ein­er Revi­sion an — das Resul­tat ver­schlechtert das Gesetz aber nur. Gegen diese neue Geset­zes­re­vi­sion wurde nun das Ref­er­en­dum erfasst. Die Jun­gen Grün­lib­eralen Schweiz sind gegen dieses neue Gesetz, denn der bre­it gestützte Kom­pro­miss wird durch ein Abschuss­ge­setz erset­zt, welch­es sowohl bedro­hte Tier­arten, als auch unser Ökosys­tem als Ganzes gefährdet.

Bedrohte Tierarten, das Ökosystem und das Jagdgesetz, wie hängt das alles zusammen?

Arten­schutz ist nötig zur Aufrechter­hal­tung des Ökosys­tems.

Jede einzelne Art hat ihren Platz im Ökosys­tem. Das Ausster­ben ein­er einzi­gen kön­nte weitre­ichende Auswirkun­gen haben. Wir sehen das bei den Bienen. Die Jagd soll ver­standen wer­den als Reg­ulierung von Arten, welche son­st Über­hand nehmen. Jagd auf Bestände, die so schon nicht gesichert sind, ver­schärft das Prob­lem.

Auch Raubtiere sind wichtig!

Raubtiere haben einen speziellen Platz im Ökosys­tem. Beson­ders die Gross­raubtiere Wolf, Bär und Luchs, die erst seit 2012, 2005 und 1971 wieder in der Schweiz zu find­en sind, bedür­fen speziellen Schutzes.

Die Wiedere­in­wan­derung von Wolf und Bär sowie die Wieder­an­sied­lung vom Luchs sind ein grosse Erfolge. Diese Spitzen­präda­toren helfen bei der Reg­ulierung des Wildbe­stands, was weniger Wild­schä­den und somit einen gesun­den Wald zur Folge hat. Die Baumwurzeln fes­ti­gen den Erd­bo­den und ver­hin­dern auf natür­liche Art Erdrutsche. Davon prof­i­tieren alle Lebe­we­sen, von Insek­ten über Vögel hin zu wildleben­den Säugetieren und schliesslich auch der Men­sch.

Der Luchs wurde 1971 wieder in der Schweiz ange­siedelt, in einem zeitaufwendi­gen und kost­spieli­gen Pro­jekt. Mit­tler­weile leben rund 300 Tiere in der Schweiz und der Bestand ist sta­bil. Die Wild­katze ist trotz­dem noch bedro­ht und darf nicht reg­uliert wer­den.

Laut dem Bun­de­samt für Umwelt (BAFU) sind die Luchs­bestände in der Schweiz die einzi­gen bedeut­samen im Alpen­raum. Wir tra­gen deshalb europaweit eine beson­dere Ver­ant­wor­tung für die Erhal­tung und den Schutz des Luchses. Mit dem neuen Jagdge­setz wird diese Ver­ant­wor­tung nicht wahrgenom­men.

Welche bedrohten Tierarten werden vom Jagdgesetz nicht geschützt?

Das neue Jagdge­setz ignori­ert die Notwendigkeit des Arten­schutzes.

Die Liste der Tier­arten, die vom Jagdge­setz geschützt wer­den, hätte um weit­ere ver­let­zliche Tier­arten (Feld­hase, Birkhuhn, Schnee­huhn, Wald­schnepfe, Krick­ente und Rei­her­ente) erweit­ert wer­den müssen. Diese Chance wurde ver­passt. Das Jagdge­setz ist eigendlich ein Jagd-Schutz-Gesetz, und müsste den Schutz von gefährde­ten Arten sich­er­stellen, eine Auf­gabe, die es nicht erfüllt.

Poten­zielle Gefahr reicht für Abschuss

Manch­mal beste­ht die Notwendigkeit ein Tier, beispiel­sweise ein Wolf, welch­es Schafe reisst, zu jagen. Mit dem jet­zt gülti­gen Jagdge­setz beste­ht die Möglichkeit, geschützte Arten zu reg­ulieren, jedoch nur mit ein­er Son­der­be­wil­li­gung. Diese wird erteilt, wenn das Tier erwiesen­er­massen einen nicht ver­hin­der­baren Schaden angerichtet hat oder eine erhe­bliche Gefahr für den Men­schen darstellt und keine anderen Mass­nah­men möglich sind. Mit dem neuen Jagdge­setz soll sich das ändern: Geschützte Arten sollen geschossen wer­den dür­fen, wenn sie poten­ziell in der Zukun­ft Schaden anricht­en kön­nten. Wölfe, Bären und Luchse kön­nen geschossen wer­den, ohne dass sie jemals ein Schaf geris­sen hät­ten.

Bun­desrat darf weit­ere Tiere zum Abschuss freigeben

Mit dem neuen Jagdge­setz erhält der Bun­desrat die Kom­pe­tenz, ohne Absprache mit dem Par­la­ment neue Tier­arten zum Abschuss freigeben. Er kann jede geschützte Art zur Reg­ulier­baren machen. Auch zum Beispiel Biber und Grau­rei­her kön­nten als „Gefahr“ eingestuft und zur “Reg­ulierung” freigegeben wer­den.

Kan­tone kön­nen Abschüsse anord­nen ohne Absprache mit Bund

Bish­er musste das Bun­de­samt für Umwelt einen Abschuss bewil­li­gen. Neu müssten Kan­tone das BAFU nur anhören. So würde ein Kon­trol­lor­gan weg­fall­en, das bit­ter nötig ist. Ausser­dem macht es wenig Sinn, Bestände kan­ton­al zu regeln, da sich Tiere nicht an Kan­ton­s­gren­zen hal­ten. 

Das neue Jagdge­setz ist nicht mehr ein Kom­pro­miss zwis­chen Arten­schutz und wirtschaftlichen Inter­essen, son­dern ein reines Abschuss­ge­setz. 

Mit einem „Nein“ an der Urne geht die Vor­lage zurück ans Par­la­ment, und es erhält eine weit­ere Chance, einen Jagd-Schutz-Kom­pro­miss auszuar­beit­en, welch­es tat­säch­lich den Arten­schutz bein­hal­tet.

Das Par­la­ment hat eine Chance ver­passt, den Arten­schutz mit ein­er Revi­sion des Jagd- und Schutzge­set­zes zu stärken. Sämtliche Tier­schutzver­bände lehnen die Revi­sion ab, trotz­dem wollen uns die Befürworter*innen die Geset­zes­re­vi­sion als Stärkung der Arten­vielfalt und Bio­di­ver­sität verkaufen. Senden wir die Vor­lage zurück an den Absender und sagen NEIN zum Abschuss­ge­setz!

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