Medi­en­mit­teilung vom 14. April 2020

Ostern bald ohne Hasen?

Die Jun­gen Grün­lib­eralen (JGLP) köpfen sym­bol­isch Schog­gi-Oster­hasen an Ostern und machen damit auf den jährlichen Abschuss von über 1’600 gefährde­ten Feld­hasen in der Schweiz aufmerk­sam

Wie lange hop­pelt der Hase an Ostern in der Schweiz noch herum? Obwohl der Feld­hase auf der roten Liste von der vom Ausster­ben bedro­ht­en Tier­arten als “ver­let­zlich” eingestuft ist, wur­den 2018 gemäss Jagdsta­tis­tik 1’661 Feld­hasen in der Schweiz erlegt. Für die Jun­gen Grün­lib­eralen ist klar: Gefährdete Tier­arten gehören geschützt, nicht vor die Flinte!

Geht es nach dem Willen von Bun­desrat und Par­la­ment, soll die Hasen­jagd trotz mas­siv gesunke­nen Bestän­den weit­erge­hen. In der Revi­sion vom Jagdge­setz, über welche das Stim­mvolk wohl im Herb­st 2020 abstim­men wird, wird die Jagd auf Feld­hasen weit­er­hin erlaubt. Und der Feld­hase ist nicht die einzige Tier­art, die jagdbar bleibt, obwohl sie vom Ausster­ben bedro­ht ist. Sowohl das schneeweise Schnee­huhn, das prächtige Birkhuhn aber auch die scheue Wald­schnepfe wer­den auch in Zukun­ft vor der Flinte nicht sich­er sein. Schlim­mer noch: Im neuen Jagdge­setz wird generell der Arten­schutz geschwächt sowie das Beschw­erderecht von Umwel­tor­gan­i­sa­tio­nen eingeschränkt. In Zukun­ft kön­nten auch Luchs, Biber, Stein­bock und Wolf viel ein­fach­er abgeschossen wer­den. 

Um den Feld­hasen zu helfen, müssen wir unsere Land­wirtschaft­spoli­tik neu gestal­ten. Die inten­sive Land­wirtschaft mit immer häu­figeren Mahlzeit­en und aus­geräumten Land­schaften beste­hend aus Monokul­turen, bietet den Hasen kaum noch Ver­steck­möglichkeit­en. Das war nicht immer so: Früher schossen Schweiz­er Jäger rund 70’000 Feld­hasen pro Jahr, doch dank dem damals ökol­o­gisch hochw­er­ti­gen Leben­sraum, hat­te dies kaum einen Ein­fluss auf die Hasenbestände. 

Es gibt aber Hoff­nung für den Feld­hasen: Gemäss ein­er Studie der Vogel­warte Sem­pach, ist in einem ökol­o­gisch stark aufgew­erteten Acker­bauge­bi­et des Klettgau, die Dichte mit rund 16 Feld­hasen pro km2 fünf­mal so hoch wie im schweizweit­en Durch­schnitt. Um Feld­hasen effek­tiv zu fördern, braucht es im inten­siv genutzten Ack­er­land min­destens 5 % wertvolle Bio­di­ver­sitäts­förder­flächen (BFF) wie Bunt­brachen, arten­re­iche Wiesen oder Heck­en. 2014 waren es aber schweizweit erst 0.6 % — viel zu wenig für den Feld­hasen. Das Par­la­ment hat es mit der Neuaus­rich­tung der Agrar­poli­tik 2022 nun in der Hand, Hasen und andere bedro­hte Tier­arten in der Land­wirtschaft zu fördern.

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Für Fra­gen ste­hen Ihnen gerne zur Ver­fü­gung:

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Auf Deutsch:
Tobias Vögeli, Co-Präsi­dent JGLP Schweiz:
+41 78 743 53 99

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Auf Franzö­sisch:
Ana Fontes Mar­tins, Co-Präsi­dentin JGLP Schweiz:
+41 77 434 26 34

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